Samstag, September 22, 2018
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Sportwetten in Österreich: Markt wächst rasant

In Österreich verbuchte die Glücksspielbranche im abgelaufenen Kalenderjahr erneut einen neuen Rekordumsatz. Mit knapp 254 Millionen Euro ist der Umsatz um satte 25 Prozent gestiegen, das ist der stärkste Zuwachs in den vergangenen Jahren. Damit folgt das Land einem Trend, der sich auch in anderen europäischen Ländern zeigt. So wurden beispielsweise in Deutschland über 40 Milliarden Euro umgesetzt.
Während in Deutschland auch das Wetten auf Sportergebnisse als Glücksspiel bewertet wird, ist die Rechtslage in Österreich undurchsichtig. Die Anbieter fordern seit langer Zeit eine Reform der Gesetze.

Ausländische Anbieter erobern den Markt

Ein Großteil des Umsatzes wird hierzulande mittlerweile im Internet umgesetzt. Über die Hälfte der 254 Millionen Euro werden von ausländischen Anbietern umgesetzt, die keine Lizenz für den österreichischen Markt vorweisen können. Sie profitieren von der aktuellen Rechtsprechung in Europa. So dürfen Glücksspielanbieter und Sportwetter nicht dafür bestraft werden, wenn sie ihre Dienste europaweit anbieten. Voraussetzung ist, dass sie in mindestens einem Mitgliedsstaat eine Lizenz erhalten. Derzeit überschwemmen viele Anbieter aus Malta und Gibraltar den Markt, wo die Gesetzeslage äußerst liberal ist.
Mit der europaweit stark unterschiedlichen Rechtslage sind viele Sportwetter und Online-Casinos sehr unzufrieden. Sie klagen über mangelnde Chancengleichheit und eine klare Wettbewerbsverzerrung.

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Rechtslage in Österreich

Bevor ein seriöser Anbieter von Sportwetten seine Wetten für Fußball, Eishockey oder Beachvolleyball anbieten darf, braucht er in vielen Staaten eine Lizenz. In Österreich werden Sportwetten noch nicht als Glücksspiel gewertet, die neue Regierung plant jedoch eine Gesetzesänderung. Dann bräuchten auch sie, genauso wie Online-Casinos für Texas Hold’em oder Black Jack, eine Lizenz.
In Österreich ist das Glückspiel jedoch staatlich reglementiert, der Staat hält ein Monopol darauf. Aktuell ist hierzulande nur der teilstaatliche Casinos-Austria-Konzern berechtigt, im Internet auf seiner Seite win2day Online-Glücksspiel anzubieten. Dazu berechtigt eine vom Finanzministerium vergebene Lottolizenz den Konzern. Alle anderen Anbieter in Österreich verfügen über Lizenzen aus den europäischen Nachbarländern.

Monopol ohne Wirkungen

60 Prozent des Umsatzes verbuchen trotz des Monopols ausländische Anbieter. Nicht nur Experten, auch viele Unternehmen aus der Branche fordern daher ein Verzicht auf die staatliche Monopolstellung. Innerhalb der Regierung wird an einem Fall des Monopols nicht gedacht. Vielmehr planen die Politiker die Einführung von Netzsperren im Internet. Sie möchten ausländische Online-Casinos, die aus ihrer Sicht illegal in Österreich tätig sind, sperren. So soll das Glückspielmonopol gestärkt werden.
Experten warnen jedoch vor einem solchen Schritt. Mit Netzsperren würden viele Spieler den Weg in die Illegalität finden. Verbote würden eine rechtliche Grauzone schaffen und die zu versteuernden Umsätze minimieren.

Hinweis: Alle Infos wurden mit Sorgfalt recherchiert. Wir übernehmen trotzdem keine Haftung für diese Angaben. Diese können sich im Laufe der Zeit verändern (Stand März 2018)

 

 

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