Dienstag, November 20, 2018
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Österreichs E-Sports-Szene auf dem Vormarsch

E-Sports ist zurzeit so beliebt wie nie zuvor. Die deutsche E-Sports-Szene wächst kontinuierlich, immer mehr Teams werden gegründet und viele große Unternehmen haben das Potenzial der Branche erkannt. In Österreich war dieser Trend bislang noch nicht sonderlich weit verbreitet, doch in den vergangenen Jahren hat sich die österreichische E-Sports-Szene stark entwickelt. Zwei der Gründe für den Aufschwung tragen die Namen „Pwnwin“ und „Own3d“. Dahinter verbergen sich Websiten, die maßgeblich mithelfen, den E-Sport in Österreich hervorzubringen.

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Pwnwin – Gaming Power aus Mondsee

„Pwnwin“ bietet Zockern die Plattform, Spiele und Turniere kompetitiv zu spielen und auch Wettbewerbe um Preisgeld oder andere Gewinne auszutragen. Das Unternehmen mit Sitz in Mondsee wurde von vier Jungs, die für dieses Projekt sogar extra ihre bisherigen Jobs kündigten, als Start-Up aufgezogen, Ende 2015 gelauncht und bietet seitdem Gamern die Möglichkeit in Spielen wie „League of Legends“ oder „DOTA“ gegeneinander anzutreten. Das Erfolgsrezept: Die Zielgruppe. Bei „Pwnwin“ können nicht nur die sogenannten E-Sportler, also Profis im E-Sport zocken und man muss auch in keinem Team organisiert sein. Jeder Hobbyzocker kann hier seiner Leidenschaft frönen und sich mit anderen messen. Damit stieß das Unternehmen in eine klare Marktlücke. Mit über 1,5 Millionen Spieler wirbt „Pwnwin“ auf ihrer Website. Doch nicht nur die breite E-Sports-Szene ist im Kommen, auch auf professioneller Ebene hat sich E-Sports in Österreich entwickelt. Drei E-Sports-Ligen gibt es bereits, die größte und bekannteste ist die eBundesliga in der Spielereihe „FIFA“. Alle zehn Clubs der Österreichischen Fußball-Bundesliga sind Teil der eBundesliga, 6000 Teilnehmer haben im vergangenen Jahr um 15.000 Euro Preisgeld gespielt.
Für Fans der Szene bieten sich dank Streamingdiensten mittlerweile mehrere Möglichkeiten Wettbewerbe wie die eBundesliga live am Computer mitzuverfolgen.

Own3d Media GmbH aus Steyr

In dieser Sparte will die „own3d media GmbH“ mit Sitz in Steyr in Zukunft ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Es ist der zweite Versuch des Streamingportals, in der Branche Fuß zu fassen. Im Januar 2013 gab die Website die Geschäftsaufgabe bekannt, damals aufgrund fehlenden Profits. Der zweite Versuch scheint jedoch deutlich vielversprechender zu sein. Ihre Website „Own3d“ bietet Gamern, die ihre Spiele über den Streamingdienst „Twitch“ streamen, die Möglichkeit, professioneller aufzutreten. Durch Overlays und Tools zur Kreation eigener Avatare, können Streamer ihr Twitch-Profil aufwerten und dadurch möglicherweise mehr Zuschauer generieren. Auch komplette Website-Layouts bietet „Own3d“ an. Die Holding-Gesellschaft KaPa Ventures hat das Potenzial des Unternehmens erkannt und Mitte März eine sechsstellige Summe investiert.
Damit bietet sich dem Unternehmen die Chance, mit Hilfe der Größe und Reichweite des Streamingriesen Twitch, auch global erfolgreich zu sein. Und sehr gutes Geld zu verdienen in einer Branche, die sich immer mehr zur Goldgrube entwickelt.

Hohe Preisgelder fördern den Hype

In Spielen wie „League of Legends“ oder „Counterstrike“ werden Preisgelder in Millionenhöhe ausgeschüttet und das Finale der „League of Legends“-Weltmeisterschaft 2017 erreichte unglaubliche 60 Millionen Zuschauer – knapp sieben Mal die Einwohnerzahl von ganz Österreich. Für das Jahr 2020 prognostiziert das Statistikportal „statista“ einen weltweiten Umsatz im E-Sport-Markt von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zu den 696 Millionen US-Dollar aus dem Jahr 2017 wäre das eine Verdopplung der Umsätze innerhalb der nächsten drei Jahre.

Österreich scheint von diesem lukrativen Kuchen nun ein immer größeres Stück abzubekommen. Denn nicht nur von Unternehmerseite wird das Interesse an der Branche sichtbar, auch die Zuschauer in Österreich haben offensichtlich Gefallen am E-Sport gefunden. Zahlen aus dem November 2017, veröffentlicht von „esports.at“, zeigen, dass über 500.000 Österreicher bei Twitch Streams anschauen. Zudem werden E Sports Wetten immer beliebter. Grund dafür sind Anbieter wie Betway, die einerseits E Sports Wetten anbieten und andererseits auch gleichzeitig bekannte Clans wie zum Beispiel den „Ninjas in Pyjamas“ Clan sponsern. Auch die E-Sport-Teams haben wachsenden Zulauf. Österreichs größtes Team, „Austrian Force“, zählte Ende 2017 bereits 200 Mitglieder. Vor allem Wien ist dabei eine Hochburg des E-Sports und vor allem der erfolgreichen E-Sport-Teams in Österreich. Die von „esports.at“ veröffentlichten Zahlen zeigen auch die fünf Teams, die im Zeitraum 2016/2017 das meiste Preisgeld eingespielt haben. Vier davon haben ihren Sitz in Wien. „Plan-B“ kommt hierbei immerhin auf 50.000 Euro, der Zweitplatzierte „Aut PBO“ auf 10.000 Euro.

Österreich ist auf dem Vormarsch, was das Zocken angeht. Und wenn sich weiterhin große Unternehmen für den E-Sport einsetzen und Teams oder Websites mit Investitionen unterstützen, steht der Szene eine vielversprechende Zukunft bevor. Gerade die immer weiter anwachsende Vielfalt an kompetitiven Spielen für verschiedene Konsolen schafft ständig neue Möglichkeiten. Die Investition von KaPa Ventures in „Own3d“ zeigt, dass E-Sport längst nicht mehr eine reine Nische ist, sondern dass sich die Branche in eine Richtung entwickelt hat, die nicht nur den Millionen Gamern, sondern ganz offensichtlich auch zahlungskräftigen Unternehmen zunehmend gefällt.

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