Dienstag, August 22, 2017
Startseite | Ratgeber | Zeckenschutz für Hunde – So schützt Du Deinen Hund vor Zecken

Zeckenschutz für Hunde – So schützt Du Deinen Hund vor Zecken

Zecken — der größte Feind des Hundes

Jedes Lebewesen auf diesem Planeten hat, evolutionär betrachtet, einen Sinn. Das kann sowohl innerhalb der Nahrungskette sein, als auch für die Vernichtung von Schädlingen oder ökologischen Gründen. Die Zecke ist das einzige Tier, auf das nichts dergleichen zutrifft. Und dennoch sind sie Jahr für Jahr schuld an zahlreichen Erkrankungen an Tier und Mensch. Mitunter können diese sogar lebensbedrohlich sein. Daher haben wir uns gefragt: Gibt es einen wirksamen Schutz gegen Zecken?

Die von Zecken ausgelösten Erkrankungen

Hund Zeckenschutz

Hunde sind leider sehr anfällig für Zecken (c)Bigstockphoto.com/182604139/Teerawtbunsom

Zecken sind bekannt dafür, dass sie Lyme-Borreliose auslösen. Während Hunde davon kaum betroffen sind, wird diese Krankheit für Menschen schnell lebensbedrohlich. Typische Anzeichen dafür sind rote Bereiche um die Stichstelle herum, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß und unerklärliche Gelenkschmerzen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kommt es schnell zu Hautinfektionen, die als erste Phase der Erkrankung gelten. Anschließend verbreitet sich die Erkrankung im gesamten Organismus und befällt das Nervensystem. Ungefähr sechs Monate später beginnt die Krankheit chronisch zu werden und ist nicht behandelbar. Hunde dagegen erkranken eher an anderen Infektionen, die die Zecke überträgt: Babesiose und Ehrlichiose. Es folgt relativ zeitnah nach einem Biss hohes Fieber, Gelbsucht und eine schwere Anämie. Meist verändert der Urin seine Farbe zu rot oder grün. Auch Lethargie, Appetitlosigkeit, wahllose Blutungen und ein Anschwellen der Lymphknoten lässt sich im Infektionsfall beim Hund nachweisen. Daher gilt es, das Tier nach einem Zeckenbiss genau zu beobachten, um bei untypischem Verhalten oder ersten Symptomen sofort zum Tierarzt gehen zu können.

Effektiver Schutz gegen Zecken

Grundsätzlich liegt die Verantwortung für den Schutz vor Zecken beim Halter des Tieres. Dabei gibt es drei verschiedene Methoden gegen Zecken, die allesamt auf ihre Art umstritten sind. Es gibt biologische Mittel gegen Zecken, natürliche Mittel und chemische Produkte. Auch medizinische Produkte, die nur vom Tierarzt verordnet werden können, kommen in Frage. Bei all den Mitteln muss neben der Wirkweise auch in der Anwendung unterschieden werden. Manche Mittel werden auf die Haut aufgetragen, andere gilt es einzunehmen.

  1. Biologischer Zeckenschutz
    Zum biologischen Schutz gegen Zecken zählt man Teebaumöl, Geranienöl, Lavendelöl und vieles mehr. Diesen Stoffen sagt man nach, dass die ätherische Wirkung der Öle und die Zusammensetzung der Bestandteile Zecken abschreckt und somit fernhält. Meist werden diese Mittel einfach ins Fell gerieben. Eine Wirksamkeit konnte bisher nicht wissenschaftlich bestätigt werden, dennoch schwören zahlreiche Tierhalter darauf. Das einzige Öl, bei dem eine Wirksamkeit nachgewiesen werden konnte, ist Kokosöl. Die enthaltene Laurinsäure in hochwertigem Öl schreckt Zecken tatsächlich ab und wirkt somit — bei täglicher Anwendung — effektiv gegen einen zu extremen Zeckenbefall.
    Auch das Bernsteinhalsband zählt als biologischer Schutz — bei Kindern dagegen soll es gegen Zahnschmerzen helfen. Auch hier konnte eine Wirksamkeit nie wissenschaftlich bestätigt werden. Selbiges gilt übrigens auch für Metallplättchen, Kräuterhalsbänder, Voodoo-Zauber und Gebete.
  2. Zeckenschutzmittel aus dem freien Handel
    Hier gibt es wahlweise Zeckenhalsbänder oder Spot-Ons, die frei verkäuflich sind. Produkte mit dem gleichen Wirkstoff werden unter zahlreichen Synonymen und Firmennamen verkauft. Die Wirkung ist meist mittel bis stärker, werden aber auch vom Hund aufgenommen, was ein großer Minuspunkt ist — immerhin handelt es sich um Gifte. Dies schadet dem Hund zwar nicht akut, die Langzeitauswirkungen sind jedoch unklar. Außerdem sind viele dieser Mittel giftig für Bienen und Fische. Ein Gewässer sollte der Hund also mit den Halsbändern oder Spot-Ons auf der Haut eher nicht betreten.
  3. Zeckenschutzmittel vom Tierarzt
    Die Produkte vom Tierarzt werden unter strengsten chemischen Voraussetzungen hergestellt und haben eine sehr hohe Wirkweise. Durch die zahlreichen enthaltenen Schadstoffe, die sowohl Zecken abwehren, als auch Fische und Bienen töten können, wird auch dem Hund geschadet — das Nervengift setzt sich auch im Körper des Tieres ab. Daher sollte wirklich nur bei extrem anfälligen Tieren, die mehrere Zecken täglich zu verzeichnen haben, auf diese starken Mittel gesetzt werden. Außerdem gilt: Auf keinen Fall mit Spot-Ons oder Halsbändern vom Tierarzt in offene Gewässer! Die gesamte Fischpopulation könne anschließend absterben.

Zecken entfernen — jede Minute zählt

Wenn der Hund doch von einer Zecke gebissen wurde, zählt jede Minute. Die Zecke sollte so schnell wie möglich vom Körper des Tieres entfernt werden. Daher ist es wichtig und nötig, das Fell des Hundes regelmäßig auf Zecken und andere Parasiten zu untersuchen. Auch die regelmäßige Fellpflege, zum Beispiel mit einer Hundebürste  Zur Entfernung sollte man unbedingt einen Zeckenhaken oder einen Tick-Key nutzen. Es gilt die Faustregel: Je länger die Zecke saugt, desto wahrscheinlicher ist die Übertragung von Krankheitserregern. Bei der Entfernung darf die Zecke auf keinen Fall gequetscht oder betäubt werden. In diesem Fall entleert sie ihre gesamte Speichelflüssigkeit im Hund und erhöht so das Infektionsrisiko um ein Vielfaches. Sollte man die Zecke nicht eigenständig entfernen können, empfiehlt sich ein Gang zum nächsten Tierarzt.

Zeckenschutz für Hunde – So schützt Du Deinen Hund vor Zecken
5 (100%) 3 votes