Samstag, März 2, 2024
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Thema Flüchtlinge – Die Sache mit dem Handy: Eine kurze Aufklärung

Na, für was benutzt ihr euer Handy eigentlich so? Zum Whatsappen, um regelmäßig Bilder der so schön zubereiteten Mahlzeit vom letzten Abend auf verschiedenen Social Media Plattformen zu posten, um die geliebten Selfies zu verschicken oder um einen neuen Highscore bei Candy Crush (das spielt man doch noch?) zu erreichen? Naja, also ich persönlich teile zwar selten Fotos meiner selbstgemachten Speisen, was wahrscheinlich an meiner Unfähigkeit in Sachen Kochen liegt, aber sonst mach ich zugegebenerweise schon viel sinnloses Zeug mit dem Smartphone. Ganz anders die Flüchtlinge. Für was die so ihr Handy brauchen, könnt ihr, falls es euch auch so brennend interessiert, hier lesen:

  • Niemand bekommt ein Handy auf Staatskosten und dtz. ist mir auch nicht bekannt, dass ein Handyhersteller Handies verschenkt.
  • Armer Flüchtling – teures Smartphone, immer wieder Anlass zur Hetze, mindestens aber doch zum Wundern. Warum sollte ein Syrer, der zu Hause im mittleren Management beschäftigt war, ein Haus, ein Auto und auch sonst ein ganz normales Leben hatte, bitte schön kein Smartphone besitzen? Und warum sollte er es ausgerechnet beim Aufbruch zu einer lebensgefährlichen Reise ins Unbekannte zu Hause lassen?
  • Ja, es muss ein modernes Smartphone sein, nur diese Modelle gewähren die notwendigen Zusatzfunktionen, die so manchem von uns als Schnickschnack erscheinen. (Kamera, GPS, Tracking, Skype, Chat, …)
  • Smartphone ist nicht gleich Smartphone. Handies für den afrikanischen und zum Teil asiatischen Raum sehen optisch unseren zum Verwechseln ähnlich, sind aber meist Billigproduktionen mit geringerer Leistung und Qualität.
  • Handies sind das wichtigste Kommunikationsmittel, waren es schon im Kriegsgebiet, da auf die inländischen Nachrichten aufgrund Zensur meist kein Verlass ist und diente dort der überlebenswichtigen gegenseitigen Warnung vor gefährlichen Kampfhandlungen, deshalb ist das Handy wichtiger als alles andere und oft wird das letzte Geld dafür aufgewendet.
  • Auf der Flucht ist das Handy oft ein ebenso lebensnotwendiges Mittel zur Orientierung mittels GPS
  • Im Asylland ist es das einzige Mittel, um mit den Daheimgebliebenen Kontakt zu halten. Wie geht´s meiner Familie, meinen Freunden? Sind sie in Sicherheit?
  • Wie sich verständigen, wenn man durch zehn fremde Länder unterwegs ist und die Sprache nicht spricht? Übersetzungsapps auf dem Handy helfen auch hier.
  • Was ist mit den teuren Roaminggebühren? Hier behilft man sich mit Prepaid-Internetkarten im betreffenden Land. So kann man über Viber oder Skype telefonieren und alle sonstigen nötigen Funktionen nützen.
  • Das Recht auf Zugang zu Informationen ist ein Menschenrecht. Diese Informationen erhalten die Flüchtlinge, die oft weder unsere Nachrichten in Radio und TV noch in den Printmedien verstehen können, nur durch das Internet. Deshalb wäre das Einrichten von W-Lan für alle Flüchtlingsunterkünfte ein dringend notwendiger Schritt, alles andere stellt die Verweigerung eines Menschenrechts dar.
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