Sonntag, April 30, 2017
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Neue Dimension von Schockbildern auf Zigarettenschachteln – Wirken die Maßnahmen?

Können diese Maßnahmen Raucher dazu bewegen aufzuhören?

In anderen Ländern sind Zigarettenpackungen mit Schockbildern schon länger im Handel, jetzt sind sie auch in den Regalen in Österreich angekommen. Bei Trafikanten in Wien kamen die ersten Packungen an, die die bisherigen Packungen nach und nach ersetzen werden. Von den Trafikanten wird so lange wie möglich versucht die bisherigen Schachteln im Verkauf zu halten, allerdings kann es bei einigen Marken zu Engpässen kommen.

Achtung: Hier Siehst Du alle Schokbilder

Die Novelle zum Tabakgesetz und zum Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz ist der Grund, warum ab dem 20. Mai 2017 auf allen Zigarettenpackungen abschreckende Fotos zu sehen sein müssen. Das können Krebsgeschwüre, Raucherlungen und weitere schreckliche Bilder sein. Die Warnhinweise sollen ebenfalls deutlicher werden, zum Beispiel „Rauchen ist tödlich – hören Sie jetzt auf“ muss künftig auf jeder Packung stehen. Damit soll Rauchern bewusst gemacht werden, wie gesundheitlich gefährdend der Tabakkonsum ist.

Helfen die Bilder und Warnhinweise?

Nun sind also die ersten Schachteln in Wiener Tabak-Trafiken im Handel. Branchenvertreter sind sich allerdings sicher, dass Raucher sich und ihr Rauchverhalten durch die Bilder auf den Packungen nicht ändern werden. Sie kritisierten das bereits im Vorfeld, ebenso wie die Befürchtung, dass der Schmuggelanteil höher werden wird. Abgehalten vom Rauchen würde niemand von den Schockbildern oder Verboten von Slim- und Mentholzigaretten. Zustimmung zur Tabakgesetznovelle kam vom Gesundheitsausschuss. Es gibt ein Verbot von Zusatzstoffen wie Menthol oder Vitaminen. Auch Kautabak darf nicht mehr verkauft werden. Für neuartige Tabakerzeugnisse wurde ein Zulassungsverfahren eingeführt. Im Verbot für den Versandhandel sind E-Zigaretten und Liquids ebenfalls ausdrücklich eingeschlossen. Bis zum 31. August dürfen von den Großhändlern noch alte Zigarettenpackungen an Trafiken ausgeliefert werden. Der Verkauf dafür endet endgültig am 20. Mai 2017.

Sind Raucher von den neuen Packungen beeindruckt?

Es ist sehr umstritten, ob Raucher sich von den Bildern und Warnhinweisen abschrecken lassen. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass kleine, schriftliche Warnungen nicht so abschrecken wie Bilder. In Kanada beispielsweise ist durch Schockbilder auf den Packungen der Tabakkonsum zurückgegangen, wie der EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg angibt. Hersteller wie Reemtsma, Philip Morris und British American Tobacco (BAT) hingegen behaupten, diese Maßnahmen würden Jugendliche nicht davon abhalten mit dem Rauchen zu beginnen. Experten haben die Befürchtung, dass die Wirkung von schockierenden Fotos schnell verfliegt und kein wirkliches Umdenken bewirkt.

Fazit

Ob die Schockbilder Raucher wirklich vom Rauchen abhalten können oder zum Umdenken bewegen ist fraglich. Jeder Raucher weiß genau, dass Rauchen der Gesundheit schadet, doch es wird von den meisten einfach ausgeblendet. Wenn die Bilder erst eine gewisse Zeit die Packungen zieren, ist zu befürchten, dass der Schockmoment schnell verfliegt. Außerdem greifen schon viele Raucher zu eigenen Zigarettenetuis und füllen die Zigaretten um. Vielleicht bräuchte es einen anderen Ansatz, der Raucher zum Umdenken bewegt. Dass Raucher eine sehr hohe Schmerzgrenze haben, zeigt sich an der immer teurer werdenden Packung mit weniger Inhalt. Selbst davon lassen sich viele Raucher nicht abhalten. Dafür floriert aber der Handel mit Schmuggelzigaretten und der Schwarzmarkt.

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