Samstag, Oktober 23, 2021
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Müllvermeidung in Zeiten von Corona

Seit fast einem Jahr hat die Corona-Pandemie Österreich und den Rest der Welt jetzt schon im Griff. Mit der angelaufenen Impfkampagne steht Besserung in Aussicht. Trotzdem haben die vergangenen Monate tiefe Spuren hinterlassen. Nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch auf dem Planeten. Das Müllaufkommen ist während des letzten Jahres wesentlich gestiegen. Damit sich die globale Gesundheitskrise nicht zu einer weltweiten Umweltkrise entwickelt, muss jetzt gehandelt werden.

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Wieso entsteht in der Krise mehr Müll?

Seit der Coronakrise ist die kulinarische Vielfalt am Mondsee beim Essen außer Haus nur noch beschränkt zugänglich. Für lange Zeit waren Gastronomiebetriebe wie Restaurants geschlossen. Die Bürger kochen seitdem mehr als noch vor der Krise. Wie eine Umfrage der AMA-Marketing im April 2020 ergeben hat, vor allem mit frischen Zutaten. Dabei entsteht pro Haushalt umso mehr Lebensmittelabfall. Davon abgesehen bestellt man sich häufiger Gerichte nach Hause. Oftmals in Einweg-Verpackungen. Bestellt werden seit der Pandemie auch Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs. Früher kaufte man sie noch im Geschäft. Heutzutage lässt man sie eher nach Hause liefern, wodurch das Verpackungsmüll-Aufkommen steigt. Nicht nur im Hinblick auf die tägliche das Koch- und Einkaufsverhalten wird die Krise langsam zum Müllproblem. Mindestens genauso problematisch sind in Zeiten der FFP2-Maskenpflicht medizinische Einwegprodukte. Insgesamt entsteht in österreichischen Haushalten laut ORF sogar 20 Prozent mehr Hausmüll. Wie können sich Verbraucher dagegen wehren?

Nachhaltig durch die Krise: Tipps zur Abfallvermeidung

Selten war es so wichtig wie heute, gemeinsam für Nachhaltigkeit zu sorgen. Ob bei der Kochplanung und dem Lebensmitteleinkauf oder der Verwendung von Einwegmasken. Verbraucher können während der Krise Müll reduzieren, indem sie

  1. Essen aus Restaurants in Frischhaltedosen abholen.
  2. mit wöchentlichen Kochplänen den Lebensmitteleinkauf organisieren, damit Lebensmittel nicht ablaufen.
  3. frische Zutaten in grammgenauer Menge für ausgewählte Rezepte kaufen.
  4. Produkte mit umweltfreundlicher Verpackung bevorzugen.
  5. beim Kochen nach Head-to-Tail-Prinzip alle essbaren Lebensmittelbestandteile verwerten.
  6. abgelaufene Lebensmittel nicht sofort wegwerfen, sondern auf ihren tatsächlichen Zustand analysieren.
  7. Resteküche betreiben.
  8. zu viel gekaufte Lebensmittel bei fehlendem Eigenbedarf per Food Sharing anbieten.
  9. Produkte für den Alltagsgebrauch nur im Notfall online kaufen.

Wieso Müllvermeidung gerade jetzt wichtig ist

Obwohl Müllvermeidung inmitten einer Pandemie schwierig ist, ist Nachhaltigkeit gerade jetzt bedeutend. Laut Experten entstehen pandemische Zustände aus der durch den Menschen verursachten Umweltzerstörung. Über zehn Millionen Tonnen Abfälle erreichen jedes Jahr die Weltmeere. Mehr als 200 Millionen werden jedes Jahr verbrannt. Dabei entstehen neben Kohlendioxid und Kohlenmonoxid Gase wie Schwefeloxid sowie schwermetallhaltiger Staub. Dadurch beschleunigt sich der Klimawandel. In Folge erschwerter Lebensbedingungen und zerstörter Ökosysteme sind einige Lebewesen vom Aussterben bedroht, andere Arten nehmen plötzlich Überhand. Laut der UN steigt dadurch das Risiko für Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Denn: Je weniger Arten innerhalb der Ökosysteme zusammenleben, desto schneller können sich Infektionen ausbreiten. Die Corona-Pandemie sollte deshalb ein Weckruf für mehr Nachhaltigkeit sein. Von der Müllvermeidung bis hin zum Schutz des Regenwalds.

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