Dienstag, Oktober 16, 2018
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Die verschiedenen Farbtemperaturen und deren Wirkungen

Dass Licht unsere Stimmung und damit auch unsere Produktivität sowie unser Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen kann, steht außer Frage. Darüber hinaus lässt sich auch das gesamte Ambiente eines Raumes durch den Einsatz unterschiedlicher Lichtquellen wie Decken-, Tisch- und Stehlampen verändern. Wir zeigen Ihnen, welche Farbtemperaturen es gibt und welche Wirkung diese auf uns Menschen haben.

So wählen Sie die richtige Lampe aus

Wenn es darum geht, ein geeignetes Leuchtmittel auszuwählen, ist es sinnvoll, sich bereits im Vorfeld mit dem Thema Lichtstimmung zu befassen. Nicht zuletzt spielt auch die Qualität einer Lampe eine große Rolle bei der Auswahl. Die Lichtfarbe gibt an, wie es um die Eigenfarbe des Lichtes bestellt ist und welche Farbtemperatur es hat. Für Wohnbereiche bieten sich zum Beispiel Weißtöne wie tageslichtweiß, neutralweiß und warmweiß an. Je wärmer die Lichtfarbe ist, desto gemütlicher und behaglicher fühlt man sich in der Umgebung. Darüber hinaus beeinflusst die Farbwiedergabe einer Lampe, wie natürlich eine Farbe in der direkten Umgebung wiedergegeben wird. Wirkt die eigene Haut unter einer Lichtquelle fahl und farblos, handelt es sich um Licht mit schlechter Farbwiedergabe. Idealerweise sollte der Wert bei Ra = 100 liegen.

Ein weiterer Aspekt ist die Energieeffizienz von Leuchtmitteln. Die Lichtstärke wird von Lampenherstellern für gewöhnlich in Lumen bzw. Watt angegeben. Dabei gilt: Je höher der Wert ist, umso höher ist auch die Lichtstärke.

Das gesamte Ambiente sowie die Stimmung, die in einem Raum herrscht, wird maßgeblich von den gewählten Leuchtmitteln und ihrer Lichtfarbe bestimmt. Selbst die Anordnung der Lampen spielt eine gewisse Rolle. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, Lampen stets so zu installieren, dass sie nicht blenden. Auch indirektes Blenden, wie zum Beispiel durch Reflexionen, sollten berücksichtigt werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeit, geschickt mit Licht und Schatten zu spielen, um bestimmte Bereiche in einem Raum in Szene zu setzen und andere eher auszublenden. Punkt- und Diffusbeleuchtungen, die sich in einem Wohnraum abwechseln, lassen ihn nicht nur spannend, sondern auch behaglich wirken.

Die Lichtfarbe im Detail erklärt

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Die bläuliche Lichtfarbe (um 6000 Kelvin) ähnelt dem Tageslicht (c)Bigstockphoto.com/159674495/fizkes

Genau gemommen gibt die Lichtfarbe an, um welchen Weißton es sich bei einem Leuchtmittel handelt. Es beschreibt, wie sich die Strahlung spektral in einem bestimmten Lichtbereich verteilt. Die Lichtfarbe setzt sich aus der Farbwiedergabe sowie der Farbtemperatur zusammen.

Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben und bestimmt, wie hoch der Weißanteil im Licht ist. Je höher dieser Wert ist, desto weißer und heller wirkt das Licht. Ein niedriger Wert bezeichnet also „schummeriges“ Licht, wie man es beispielsweise in Wohnzimmern oft schätzt. Die Skala reicht derzeit von rund 2.700 Kelvin bis etwa 8.000 Kelvin, wird aber im Zuge des technischen Fortschritts immer wieder erweitert.

Bei der Farbwiedergabe geht es darum, wie Licht bestimmte Farben darstellen. Beleuchtet man einen Gegenstand mit verschiedenen Lampen, kann man gut erkennen, dass dieser immer etwas andersfarbig wirkt als zuvor. Der beste Vergleich ist, wenn man Kleidung im Tageslicht und in warmweißem Licht betrachtet – hier ist der Unterschied am deutlichsten erkennbar. Die Gestaltung mit Lichtfarben ist ein beliebter Trick, um das Ambiente in Wohnräumen völlig zu ändern, ohne dafür gleich neue Möbel kaufen zu müssen. Schon mit einem geringen Budget lässt sich vieles erreichen. So sollte bei der Auswahl von Leuchtmitteln nicht nur auf die Beleuchtungsstärke, sondern auch auf die Farbgestaltung geachtet werden – beides zusammen entscheidet, wie wohl wir uns in einem Raum fühlen.

Verschiedene Lichtfarben im Vergleich und ihre Einsatzbereiche

2.700 Kelvin ist eine Wert, der sich fast ausschließlich für Wohnbereiche eignet, da er die wärmste Lichtfarbe auf der aktuellen Skala darstellt. Vor allem Holz zeigt sich bei 2.700 in einem besonders schönen Ton. Auch für indirekte Beleuchtung in Privaträumen oder auch in gewerblich genutzten Bereichen, wie beispielsweise Boutiquen, bietet sich diese Lichtfarbe an.

Bei einem Wert von 3.000 Kelvin handelt es sich ebenfalls um Warmweiß, das sich allerdings bereits in einer helleren Ausführung zeigt als mit 2.700 Kelvin. Das Licht lässt sich noch gut mit dem einer klassischen Glühlampe vergleichen und wird von den meisten Menschen noch als sehr angenehm empfunden.

Bei einem Wert von 4.000 Kelvin handelt es sich um typisches Arbeitslicht, wie man es häufig in Büros und für Schreibtischlampen verwendet. Dieser Wert befinden sich zwischen Glühlampen- und Tageslicht und bringt noch etwas Gemütlichkeit mit sich, ist aber bereits dem Tageslicht näher.

Wer es noch heller möchte, kann sich für einen tageslichtnahen Wert wie 5.400 Kelvin entscheiden – einer relativ neuen Lichtfarbe. In dieser Farbe ist der Blauanteil bereits deutlich höher. Die Farben im Raum zeigen sich damit neutral, wodurch sich dieser Wert ideal für Präsentationen eignet.

Der derzeit höchste Wert liegt bei 8.000 Kelvin und stellt künstliches, helles Tageslicht dar. Der Blauanteil ist so hoch, dass das Licht mit natürlichem Sonnenlicht verglichen werden kann, was sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Produktivität anregt. Viele moderne Büros nutzen spezielle Tageslichtlampen mit einem Wert von 8.000 Kelvin, damit ihre Mitarbeiter konzentrierter arbeiten.

Wie Änderungen der Farben in einem Raum am besten umgesetzt werden

Bekanntlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier, dem radikale Änderungen oft schwer fallen. Deshalb ist es für viele Menschen manchmal nicht leicht, etwas schon lange Bestehendes zu ändern – das gilt auch für die Lichtgestaltung in einem Raum. Gerade in Wohnräumen kann es sich jedoch durchaus lohnen, das derzeitige Lichtkonzept einmal zu überdenken und vor allem die Gemütlichkeit und Produktivität in diesen Räumen auf den Prüfstand zu stellen. Für Wohnzimmer, aber auch für Büros und Küchen sollte passendes Licht ausgewählt werden, das zur Stimmung und zu den dort ausgeführten Tätigkeiten passt – auch, wenn dies bedeutet, neue Leuchtmittel nutzen zu müssen.

Gerade in Arbeitsräumen fühlen sich Menschen oft entspannter, wenn das Licht warm und behaglich ist, allerdings trägt dies selten dazu bei, produktiver zu arbeiten. Es ist daher sinnvoll, für Büros in eine Tageslichtlampe zu investieren, welche die Konzentration anregt und die Motivation steigert.

Zwar ist die neue Lichtfarbe von 8.000 Kelvin nicht für jeden angenehm und mag etwas steril werden, doch hier kann ein stimmiges Lichtkonzept eine gute Hilfe sein. Wenn ein ganzes Büro in derselben Lichtfarbe beleuchtet wird, fallen auch einzelne Räume nicht mehr darunter auf. Wer nur einen einzigen Raum mit 8.000 Kelvin beleuchtet und Gänge oder die Kantine mit 3.000 beleuchtet, würde sich selbst nicht mehr wohl fühlen – der Körper kann darauf sogar etwas verstört reagieren, da er sich immer wieder neu an die wechselnden Lichtverhältnisse gewöhnen muss. Sowohl die Augen als auch die Konzentration und die Stimmung können darunter leiden. Die Folge: Man wird schneller müde, ist weniger aufmerksam und verliert vielleicht sogar im Laufe des Tages seine gute Laune. Daher ist es wichtig, sich gleich zu Beginn ein kluges Lichtkonzept zu überlegen, welches zur Umgebung passt und den dort ausgeführten Tätigkeiten gerecht wird.

Weitere Infos:

https://www.beleuchtungdirekt.at/blog/farbtemperatur/

https://www.licht.de/de/trends-wissen/wissen-kompakt/lichtlexikon/details-lichtlexikon/farbtemperatur/

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