Montag, Oktober 14, 2019
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Digitalisierung in Österreich – Was haben wir und was kommt noch?

Das Einkaufen im Internet ist heute im Alltag angekommen. Aber dies ist nur ein kleiner Teil der Digitalisierung, die unaufhaltsam Einzug in unser Leben nimmt. Sogar viele Amtswege und mehr können hierzulande mittlerweile digital erledigt werden, statt in der Behörde eine Nummer zu ziehen und Schlange zu stehen. Wir geben einen Überblick, wie weit die Digitalisierung in Österreich bereits fortgeschritten und in welchen Bereichen sie Einzug gehalten hat bzw. noch einziehen wird.

Österreich hinkt teilweise hinterher

Im Jänner 2019 hat die jetzt schon wieder vergangene Regierung einen 6-Punkte-Plan vorgestellt. Laut Auffassung von ÖVP und FPÖ hinkt Österreich bei diesem zukunftsweisenden Thema der Entwicklung hinterher, was unter anderem an der tendenziell eher kritischen Haltung dieser Thematik gegenüber herrührt. Der ins Leben gerufene Plan namens „Digital Austria“ soll diesem entgegenwirken und umfasst die Themenbereiche Verwaltung, Sicherheit, Infrastruktur, Bildung, Leben sowie Innovation.

Ein Teil der aktuellen Planungen der Bundesregierung umfasst z. B. das Projekt „Once Only“. Dieses soll den bürokratischen Aufwand für Unternehmen deutlich reduzieren. So sollen zeitaufwendige Mehrfachauskünfte an Behörden in Zukunft wegfallen, sondern ein digitaler Austausch der Daten stattfinden.

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(c) elements.envato.com – halfpoint

Das digitale Amt: Amtswege online

Im Bereich des öffentlichen Dienstes ist die Digitalisierung in Österreich dank dem neuen Regierungsplan bereits recht weit fortgeschritten, nimmt hier sogar nun eine gewisse Vorreiterrolle in Europa ein. Denn auf der seit März 2019 ins Leben gerufene Bürgerplattform oesterreich.gv.at gibt es nicht nur alle relevanten Informationen online, sondern auch viele Amtswege lassen sich über das Internet ersparen. Sogar eine kostenlose App namens „Digitale Amt“ für iOS und Android hat Österreich zu bieten, sodass statt einem PC auch das Smartphone genutzt werden kann.

Über die Webseite oesterreich.gv.at oder per App ist ein zentraler Zugang zu sämtlichen digitalen Amtsservices möglich. Wohnsitzänderungen, das Beantragen von Wahlkarten und vieles mehr lassen sich online erledigen. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, da Weg- und Wartezeiten entfallen, sondern ist sogar rund um die Uhr möglich. Weitere Services sowie Projekte wie ein SMS-Katastrophenwarnsystem stehen an und werden folgen.

Arbeitsleben wird immer digitaler

Im Bereich der Geschäfts- und Produktionsprozesse bringt die Digitalisierung gewaltige Vorteile, aber auch Herausforderungen. Laut Zukunftsforschern soll die Hälfte der Jobs aus dem Jahr 2030 heute noch gar nicht erfunden sein.

Vor allem in den Bereichen Dienstleistungen sowie Gewerbe und Handwerk wird die Digitalisierung für massive Veränderungen sorgen. Hierauf müssen sich die Betriebe einstellen. Aktuell ist die Digitalisierung in Österreich gerade in traditionellen Bereichen wie eben dem Handwerk noch nicht wirklich fortgeschritten. Durch neue Vergabeplattformen für den Vertrieb, 3D-Drucker für die Erstellung von Klein- und Ersatzteilen und viele weitere Erfindungen und Neuerungen wird sich hier aber in den kommenden Jahren aber einiges entwickeln (müssen) – wenn Österreich im europäischen und gar weltweiten Wettbewerb noch nicht weiter den Anschluss verlieren will.

Lebensmittel online bestellen und liefern lassen

Für viele gehört der wöchentliche Einkauf zu einer Art festem Ritual. Wer hierzu allerdings keine Lust oder auch keine Zeit hat, bestellt seine benötigten Lebensmittel und Co einfach online. Immer mehr Handelsketten wie Billa.at sowie neue Start Ups bieten die Online-Bestellung und Lieferung von Lebensmitteln, Drogerieartikeln und Co an. Sie ergänzen die bereits bekannten und genutzten Online-Shops für Technik, Bekleidung und mehr, sodass mittlerweile alle wichtigen Dinge des täglichen Lebens online bestellt werden können. Gerade im Bereich der Lebensmittel geben die klassischen stationären Geschäfte in Österreich aber heute noch deutlich den Ton an. Anders ist die Situation bei mobilen Lieferanten. Ein gutes Beispiel ist hierbei Mjam. Hier wird nur noch selten angerufen, sondern vorwiegend online bestellt.

Wie die digitalroadmap.gv.at belegt, liegt Österreich im europäischen Vergleich auch in Bereichen wie der privaten Nutzung von sozialen Medien über das Internet, die Privatnutzung von Videotelefonie sowie der flächendeckenden Nutzung von Breitbandanschlüssen zurück. Hier soll das von Bundeskanzler Kurz vorangetriebene Programm zur Inbetriebnahme von 5G für schnelle Datennetze überall Abhilfe schaffen.

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