Dienstag, Juni 28, 2022
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Der Mondseer „Dombaumeister“ bringt Ochs‘ und Esel zusammen

Wenn die ersten Kinder strahlend aus der Basilika Mondsee laufen, dann weiß er, dass er es richtig gemacht hat: Alois Ebner ist der Mann hinter der wunderschönen Weihnachtskrippe in der Petruskapelle; seit 2001 ist er für ihren Aufbau zuständig. Heuer wird der „Dombaumeister“ erstmals im Advent auch Führungen auf dem Dachboden der Basilika anbieten.

Es gibt viele Plätze in der ehrwürdigen Basilika Mondsee, zu denen Alois Ebner eine Geschichte weiß. Jeden einzelnen Winkel des Gotteshauses kennt der Mondseer, der sich bei der Kirchenrenovierung 2005 als Bauleiter dafür eingesetzt hat, dass die wunderschönen Fresken erhalten blieben. Und als ausgebildeter Kirchenpfleger ist er stets auf der Suche nach fehlenden Dachziegeln, marodem Mauerwerk oder ausbesserungswürdigen Heiligenfiguren. Da braucht’s einen nicht wundern, dass einen die Einheimischen irgendwann zum „Dombaumeister von Mondsee“ ernennen –  und er den Titel auch nicht mehr loswird.

Wer also wäre besser dafür geeignet, auch die „Baumaßnahmen“ für die wunderschöne Krippe in der Basilika Mondsee zu übernehmen. Pünktlich zum Adventbeginn ist die erste Szene, die Herbergssuche, fertig installiert. „Der erste Aufbau ist der zeitaufwändigste“, sagt Ebner. „Danach ändert sich die Landschaft nicht mehr, nur noch das Geschehen: Die Geburt Christi, Die Anbetung der Könige, Der zwölfjährige Jesus im Tempel und Die Hochzeit von Kana. „Der Krippenaufbau ist ein eigener Prozess. In dem Moment, wo ich die Figuren an ihren Platz gebe, leb ich mit ihnen mit. Und obwohl Landschaft und Darsteller immer dieselben sind, ergibt sich Jahr für Jahr dennoch ein neues Bild.“

Gestohlen wurde aus der Krippe noch nie etwas, vor allem nicht mehr, seit sie durch Acrylglas geschützt wird. „Früher, als sie noch offen war, hat es mal was gegeben, aber das weiß man nicht so genau“, sagt Ebner. Die Mondseer Krippenfiguren sind verhältnismäßig jung, aus dem Jahr 1816 stammen sie und von 1982  bis 1985 haben die Goldhaubenfrauen die Heilige Familie und alle, die dazugehören, neu eingekleidet.  Zu Mariä Lichtmess baut Ebner die Krippe wieder ab. Sorgfältig in säurefreies Papier gewickelt, ruhen die Figuren dann bis zu ihrem nächsten Einsatz unterhalb des Krippenberges – und freuen sich, wenn es wieder heißt: „Geh ma Jesukinderl schau’n!“

Szenenwechsel: auf dem Dachboden

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Ein paar Stockwerke weiter oben, auf dem Dachboden der Basilika, führt einen der Dombaumeister bei seinen Führungen zu den Glocken im Turm, vorbei an alten Balken und riesigen Aufzugsrädern, hinein in eine Zeit, die ohne große Mittel hohe Baukunst hervorbrachte. Einige Treppen sind zu erklimmen und Höhenangst sollte man nicht haben, wenn man dorthin will. Und für ganz nach oben braucht es dann nochmals Ausdauer und noch mehr Schwindelfreiheit. Als Belohnung erwartet einen dann aber ein sagenhafter Blick übers Mondseeland. Vom Wetterhäusl aus stehen sie plötzlich vor einem, der Nord- und der Südturm der Basilika, thronend und beschützend zugleich. Auch die Berglandschaft und der darin eingebettete Mondsee lassen sofort wissen, warum diese Landschaft zu den allerschönsten zählt. Am Sonntag, 14. Dezember, um 14 Uhr, können Interessierte Alois Ebner zu diesem wunderschönen Aussichtsplatz folgen. www.mondsee.at/advent

Termine, Öffnungszeiten und das gesamte Programm auf www.mondsee.at/advent

Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte an TVB-Geschäftsführer Thomas Ebner: Mail: info@mondsee.at, telefonisch erreichbar unter +43 6232 2270.

(c) Bild: www.mondsee.at

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