Montag, Oktober 26, 2020
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Wie Sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen

Was auch immer Sie vorhaben im Leben: Damit es gelingt, brauchen Sie die Mitwirkung anderer Menschen. Sie können sich lange vorbereiten, um andere Menschen mit kreativen Ideen, klugen Aussagen und durchdachten Thesen zu beeindrucken – wenn der erste Eindruck nicht stimmt, wird Sie dieser Kontakt wahrscheinlich nicht bei Ihren Ideen und Projekten unterstützen.

Doch ein positiver erster Eindruck verfliegt schnell, wenn dieser auch vielen Konkurrenten und Mitbewerbern gelingt. Sehr viel besser lassen sich Erstkontakte in dauerhafte, befruchtende Bekanntschaften verwandeln, wenn Sie den positiven ersten Eindruck so vertiefen, dass Sie Ihrem Gegenüber im Gedächtnis bleiben. Es gibt einige „Tricks“, die bei einem solchen Vorhaben helfen.

Der erste Eindruck zählt (c)elements.envato.com – erika8213

Warum auch Selbst-Marketing den Gesetzen der Werbung folgt

Wir sprechen hier von nichts anderem als dem ersten, entscheidenden Akt des Selbst-Marketings – das schon Steinzeitmenschen nutzten, um sich ihrem Umfeld möglichst gefällig zu präsentieren.

Dieses Selbst-Marketing folgt den Gesetzen der Werbung, weil diese von Psychologen entwickelt werden, damit Produkte einen möglichst guten Eindruck hinterlassen. Dazu werden verschiedene allgemeine Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Wahrnehmung, Kognition und Empfindung ausgenutzt, die sich genauso ansprechen lassen, wenn ein Mensch einen guten Eindruck hinterlassen will.

Deshalb beschreibt eine der ältesten und eingängigsten „Werbe-Formeln“ sehr gut, was es braucht, um bei anderen Menschen einen bleibenden, positiven Eindruck zu hinterlassen. Diese Werbe-Formel wird mit dem Akronym „AIDA“ abgekürzt, in dem die einzelnen Buchstaben für die einzelnen notwendigen Schritte stehen:

  • Attention: Wenn Sie es nicht schaffen, die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers zu erregen, werden Sie überhaupt keinen Eindruck hinterlassen
  • Interest: Wenn es Ihnen nicht gelingt, Ihr Gegenüber für Ihr Anliegen (in Konkurrenzsituationen: die Besonderheiten Ihrer Person und/oder Ausbildung) zu interessieren, wird auch ein positiver erster Eindruck schnell verpuffen
  • Desire: Wenn Sie es schaffen, in Ihrem Gesprächspartner den Wunsch zu erwecken, öfter mit Ihnen zu reden bzw. zusammenzusein, haben Sie schon fast gewonnen
  • Action: Wenn es gelingt, die Begegnung durch eine aktive, zukunftsgewandte Handlung des Gesprächspartners abzuschließen, haben Sie einen Anker gesetzt

Was so logisch ist, wie es klingt, muss nun nur noch auf das persönliche Treffen umgesetzt werden:

Der erste Eindruck entsteht in Millisekunden

Stufe 1 ist der positive erste Eindruck – der bei Ihrem Gegenüber in genau dem Moment entsteht, in dem er Sie das erste Mal bewusst ansieht. Genau eine 1/10 Sekunde (100 Millisekunden) dauert es, bis sein Unterbewusstsein entschieden hat, ob Sie vertrauenswürdig und sympathisch sind. Bei dieser instinktiven Einschätzung steht Ihr Gesicht bzw. Gesichtsausdruck im Fokus, dieser wichtige erste Eindruck lässt sich deshalb nur in geringem Maße beeinflussen.

Natürlich lässt es Sie sympathischer wirken, wenn Sie ihr Gegenüber mit einem Lächeln begrüßen – Aufregung und Verkrampfung werden von seinem Unterbewusstsein aber auch wahrgenommen. Psychologen empfehlen deshalb Menschen, die vor wichtigen Begegnungen Stress empfinden, das Erlernen von Entspannungstechniken. Wenn das rechtzeitig vorher geschieht, wirken verschiedenste Relax-Strategien für den Moment vor der Begegnung sehr gut, Sie können dem neuen Kontakt zuversichtlich und souverän entgegentreten.

Die darüber hinaus empfohlenen „Selbstverständlichkeiten“ – höfliches, freundliches Auftreten, gepflegtes Äußeres, angemessene Kleidung – dienen bereits dazu, den entspannten, selbstsicheren Auftritt zu unterstützen. Wie das pünktliche Erscheinen zum Termin sind sie aber auch deshalb unverzichtbar, weil es sich um deutliche Signale der Wertschätzung des Gesprächspartners handelt. Sicher dürfen Sie sich einige Gedanken darüber machen, welche Kleidung in der bevorstehenden Situation wirklich angemessen ist, aber genauso sicher gilt auch: Ein Mensch mit Charakter und eigener Meinung muss sich nicht nach der letzten Mode kleiden.

Gerade die Menschen, die mit lässiger Sicherheit in ihrer höchstpersönlichen Mode auftreten, schaffen es meist, schon mit einigen Details ihres Outfits die Stufe 2 (Interesse erregen) einzuleiten: Sie tragen rahmengenähte Budapester oder coole Hanf-Shirts, oder sie komplettieren Ihr Outfit mit einem angenehmen, anregenden Duft, der den neuen Kontakt positiv stimmt.

Diese Details folgen der Logik des gesamten Outfits – sie kommen immer dann gut an, wenn sie mit Überzeugung ausgewählt und mit lässiger Selbstverständlichkeit getragen werden. Wer noch zu jung für einen wirklich sicheren Auftritt mit auffälligen Details ist, greift am besten auf den „Duft-Trick“ zurück; sollte dann aber für solche besonderen Gelegenheiten auch einen wirklich guten Duft bereithalten (gute Parfums haben deshalb einen höheren Preis, weil es eine hohe Kunst ist, Düfte zu komponieren, die angenehm, aber nie aufdringlich wirken).

Den ersten Eindruck vertiefen

Der erste erste Eindruck ist so wichtig, weil er sehr stabil ist – die nächsten Schritte entscheidend darüber, ob dieser erste Eindruck länger im Gedächtnis haften bleibt.

Wenn Sie bereits mit Details Ihres Outfits oder – noch besser – mit einem reizvollen Duft das Interesse Ihres Gesprächspartners erweckt haben, verschafft Ihnen das einen kleinen Vorteil. Nachhaltigeres Interesse erwecken Sie, indem Sie selbst Interesse zeigen. Hier können Sie mit guter Vorbereitung punkten: Informieren Sie sich gut über Ihrem Gesprächspartner, fragen Sie nach Details, auf die kein Mitbewerber seine Aufmerksamkeit gerichtet hat.

Wenn Sie sich bei den Antworten als guter Zuhörer beweisen, der mit offener Haltung, bestätigendem Nicken und kleinen Nachfragen sein Interesse bestätigt, geben Sie einem sympathischen ersten Eindruck nachdrückliche „Sympathie-Substanz“ (gute Zuhörer sind selten; alle Menschen erzählen sehr gerne von sich und ihren Wünschen und Zielen).

Wenn Sie es dann noch schaffen, an geeigneter Stelle ein Kompliment oder Ihre Bewunderung für Person, Tun, Vorhaben Ihres Gesprächspartner anzubringen, werden Sie noch sympathischer – und die Achtung Ihres Gesprächspartner gegenüber Ihrer Person steigt meist auch: „Das ist ja toll, wie genau der erkannt hat, was ich alles kann und leiste“.

Wenn Sie Ihren Gesprächspartner gegen Ende des Gesprächs zu einer aktiven, zukunftsgewandten Handlung bewegen können, ist das ein abschließender Garant für die nachhaltige Verankerung des bleibenden Eindrucks.

Für die relevanteren Kontakte auf Messen und Konferenzen hat sich hierfür das Ritual die Übergabe der Visitenkarte eingebürgert; noch besser wäre es natürlich, wenn Sie die Übersendung interessanter Dokumente vereinbaren können.

Beim Abschluss eines Bewerbungsgesprächs ist es eine höchst diffizile Aufgabe, den künftigen Chef zu einer gedächtnisstützenden Aktion zu veranlassen – Ihre Daten hat er schon, interessante Dokumente würde seine Sekretärin versenden. Hier hilft nur eine leicht außergewöhnliche und besonders freundliche Verabschiedung: Wenn das Gespräch gut war und Sie sich mit einem ehrlich strahlenden Lächeln auf ein Wiedersehen freuen, könnte es sein, dass Ihr Gesprächspartner das spiegelt – und dadurch selbst daran glaubt.

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