Mittwoch, Oktober 17, 2018
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Analyse: So viel wurde bei der WM gewettet

Nicht nur für die Fans der teilnehmenden Länder mag die Fußball-WM 2018 in Russland ein Spektakel und mitunter sogar das Highlight des Jahres gewesen sein – auch die Sportwetten-Anbieter freuten sich natürlich über das alle vier Jahre stattfindende Turnier. Schlussendlich wusste man schon im Vorfeld, dass die Anbieter ein ordentliches Umsatzplus im Rahmen der Großveranstaltung einfahren würden. Einerseits wohl deshalb, weil im Zuge derartiger Events immer interessante Neukundenangebote präsentiert werden, andererseits auch aus dem Grund, weil plötzlich alle zu Experten werden und glauben, dass sie bei der WM die großen Gewinne abstauben könnten.

Der Umsatz könnte 2018 auf knapp 9 Milliarden Euro klettern

Schon Wochen vor dem ersten Spiel der deutschen Elf wurde gefachsimpelt, ob Deutschland in der Lage sei, nach dem Erfolg bei der WM 2014 (Deutschland gewann im Finale gegen Argentinien) den Titel verteidigen zu können. Nach zwei Wochen war die WM für die Deutschen aber schon vorbei – hätte man das Geld darauf gesetzt, Deutschland würde die Gruppe auf dem letzten Platz beenden, so wäre wohl eine ordentliche Summe ausbezahlt worden. Das Ausscheiden der Nationalmannschaft hatte aber keine große Auswirkung auf das Verhalten der Fans bei den Online-Buchmachern – rund 700 Millionen Euro haben die deutschen Fans im Zuge der WM in Russland verwettet. Das sind – pro Partie – um die 10,9 Millionen Euro! Dass die WM auch der Hauptgrund ist, warum für das gesamte Jahr 2018 ein Umsatz von mehr als 8,8 Milliarden Euro erzielt werden soll, ist kein Geheimnis. Im letzten Jahr lag der Umsatz bei 7,67 Milliarden Euro.

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Die Gruppenaufteilung der Fussball WM 2018 in Russland (c)Bigstockphoto.com/225044527/aurielaki

Vom Fan zum Experten

Fakt ist, dass der Erfolg des Anbieters immer mit dem Misserfolg des Spielers einhergeht. So hat der Anbieter bwin während der Weltmeisterschaft in Russland einen Monatsumsatz mehr eingefahren. Auch Bet-at-home konnte ein deutliches Plus zwischen 10 und 15 Prozent erzielen. Zudem haben die ersten Analysen nach der WM gezeigt, dass sich die Wetteinsätze, verglichen zur sogenannten „WM-freien Zeit“, verdoppelt haben. Bet-at-Home, der Sponsor von Hertha BSC, hat sich das Umsatzplus aber auch richtig viel Geld kosten lassen – während der Weltmeisterschaft hat das Unternehmen 40 Prozent des jährlichen Marketingbudgets ausgegeben. Natürlich auch deshalb, weil man auch an die Zeit nach dem Turnier denkt. Schlussendlich waren es wieder einmal extrem viele Deutsche, die erstmals mit Wetten in Berührung gekommen sind und mitunter sogar am Ende Geld gewonnen haben. Dass man schnell vom Fan zum Experten wird und glaubt, das große Geld machen zu können, ist zudem auch keine große Überraschung – den Anbietern ist nur wichtig, dass sie vermitteln können, dass sie das beste Angebot haben, um die „neuen Wettbegeisterten“ für sich zu gewinnen, die dann Sportwetten online abschließen. So gibt es immer wieder spezielle Bonusangebote oder auch prominente Markenbotschafter – so macht Lukas Podolski für X-Tip Werbung, die Torhüter-Legende Oliver Kahn hingegen für Tipico.

Wird die Wettsteuer abgeschafft?

Die deutsche Elf mag zwar der Verlierer der WM 2018 gewesen sein, die Buchmacher und der deutsche Staat waren hingegen aber die Gewinner. Schlussendlich muss der Deutsche 5 Prozent Wettsteuer entrichten, sofern sein Tipp aufgegangen ist. Mitunter übernimmt der Buchmacher die Steuer, in der Regel wird die Wettsteuer aber direkt vom Gewinn abgezogen. Natürlich haben die Deutschen keine Freude mit der Wettsteuer – wer mag schon von seinem Gewinn etwas abgeben? Mitunter kommt es aber demnächst zur Änderung des Glücksspielstaatsvertrages, denn schon seit geraumer Zeit wird immer wieder betont, dass der Vertrag reformiert werden soll. Noch ist aber unklar, ob die Wettsteuer bleibt oder abgeschafft wird.

 

 

 

 

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